Er war einer der bedeutendsten Künstler der Nachkriegszeit und pflegte mit München eine besondere Beziehung: zum Tod von Barry Le Va.

 

Dem jungen Künstler - der in Kalifornien Architektur und Mathematik studiert hatte - wurde seine erste Ausstellung gleich vom angesehenen Walker Arts Center ausgerichtet. Das war im Jahr der Beginn einer der großen Künstler-Karrieren der Nachkriegszeit, und schon bald zählte der im Jahr in Long Beach geborene Barry Le Va zu den bedeutendsten Bildhauern und Zeichnern seiner Generation. Gleich dreimal wurde er nach Kassel zur Documenta eingeladen, in Deutschland war er allerdings auch schon erstmals bei Rolf Ricke in Köln ausgestellt worden.

 

Seinen Arbeiten lag ein vor allem architektonisches und mathematisches Denken zugrunde, anknüpfend an das Werk und die Schriften des amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright. Wobei sich Barry Le Va erst unter dem Eindruck des Abstrakten Expressionismus überhaupt endgültig für die Kunst entschieden hatte. Die ephemere Struktur und romantische Materialität und Farbigkeit von Le Vas frühen, Fluxus nahestehenden Filz-Glas und Öl-Environments reflektierte immer auch die ästhetischen Aspekte des Malerischen - etwa im Blick auf die Gemälde Jackson Pollocks.

 

Doch wurde eine fast geheime Suche nach den konstruktiven Elementen des Ephemeren immer dominierender in diesem Ausnahme-Werk eines Künstlers, der sich zeitlebens sowohl mit klassischer Musik als auch mit dem Jazz beschäftigte. Sein Werk war gleichermaßen von Kalkül wie von Emotion getragen und der Zeichnung gebührte von Anbeginn an ein essentieller, inventiver Rang. Zeichnen als conditio sine qua non implizierte für Le Va stets einen sehr spezifischen Denk- und Erkenntnisprozess: Drawing allows me to think.

 

Mit München war der weltweit gefeierte, dabei fast schüchterne Barry Le Va verbunden, seit im Jahr seine Zeichnungen in der Münchner Städtischen Galerie im Lenbachhaus in der Ausstellung Drawing Distinctions , einer Übersicht über Amerikanische Zeichnungen, vorgestellt worden waren. Im Jahr begann seine Zusammenarbeit mit der Münchner Galerie Fred Jahn, in den Neunzigerjahren verbrachte der Künstler fast jedes Jahr mehrere Wochen in der bayerischen Metropole, wo ganze Werkkomplexe entstanden, beispielsweise sein großes Lithografie-Projekt in Zusammenarbeit mit Karl Imhof oder ein Werkblock von Collagen. Sein einzigartiges Zeichnungsprojekt Munich Diary - African Sketchbook wurde dann direkt in einer Ausstellung der Graphischen Sammlung München präsentiert und angekauft.