Hopfgarten  Gegen den Lockdown-Frust: Neun kreative Ideen vom Thüringer Spiele-Tester Thomas Wodzicki.

 

Thomas Wodzicki mit Zollstock-Hund und Zeitung vor der Dorfkirche seines Wohnortes Hopfgarten bei Weimar. Der -Jährige ist Gastdozent an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und gehört zur Jury des Toy Awads der Nürnberger Spielwarenmesse.

 

Momentan wird so viel gespielt wie lange nicht. Neben Brett- und Kartenspielen gibt es auch kreative Spiele mit Dingen, die jeder zu Hause hat wie Tageszeitung, Streichhölzer, Zollstock oder Watte.

 

Der Thüringer Spiele-Tester Thomas Wodzicki stellt zu Ferienbeginn neun Ideen vor:

 

. Figuren formen: Der Zollstock eignet sich auch bestens als Spielzeug, mit dem man etwa Buchstaben oder Figuren formen kann. Ein Spieler sagt an, was in der aktuellen Runde mit dem Gliedermaßstab gebaut werden soll, etwa ein Hund oder ein A. Danach gilt es, die Vorgabe schnellstmöglich umzusetzen. Ein Spiel, das Konzentration und Kreativität trainiert , sagt Spielpä- dagoge Wodzicki.

 

. Stadt, Land, Gegenstand: Der Spieleklassiker Stadt, Land, Fluss lässt sich laut Thomas Wodzicki auf vielfältige Art und Weise abändern. Man könne eigene Rubriken erfinden wie Süßigkeiten . Man kann aber auch Bewegung ins Spiel bringen, indem man in jeder Runde zusätzlich einen Gegenstand in der Wohnung sucht, der den geforderten Anfangsbuchstaben hat. In einer S -Runde könnte man also einen Schrank oder Salzstreuer abtippen.

 

. Tischfußball: Zwei Strohhalme, ein Wattebausch und vier Becher - mehr braucht es nicht für ein Tischfußballspiel zu zweit. Die Watte wird in die Tischmitte gelegt. Je zwei Gläser dienen als Tore. Nun blasen die Spieler in die Halme und versuchen, die Watte ins gegnerische Tor zu lenken.

 

. Wattespiel: Auch für das Wattespiel benötigt man Strohhalme und Wattebausche sowie ein Gefäß. Diesmal müssen die Bällchen mit den Strohhalmen angesaugt und über eine gewisse Strecke zum Gefäß transportiert werden. Wer schafft die meisten Wattebausche in einer Minute abzulegen?

 

. Bewegungsspiele mit der Zeitung: Ist die Tageszeitung ausgelesen, lässt sie sich bestens für Bewegungsspiele zweckentfremden , sagt der Spiele-Tester. Wer durchquert beispielsweise am schnellsten mit der Zeitung auf dem Kopf, auf der Brust oder zwischen den Knien den Flur? Für eine weitere Variante benötigt man zwei Zeitungsseiten für jeden Spieler. Die Kontrahenten stellen sich auf ihre erste Seite und legen die zweite vor sich auf den Boden. Nun stellen sie sich auf das zweite Blatt und legen das erste wieder vor sich hin, um darauf zu treten. Wer sich so am schnellsten durch den Raum bewegt, hat gewonnen.

 

. Zeitungsquiz: Beim Zeitungsquiz müssen die Mitspieler ein oder mehrere Seiten einer Zeitung ein paar Minuten studieren. Danach fragen sie sich gegenseitig Fakten ab. Am Mittwoch hätte man zum Beispiel fragen können, wer die Nationalhymne bei Bidens Amtseinführung sang , erläutert Wodzicki.

 

. Streichholzstapeln: Um Ge- schicklichkeit geht es beim Streichholzspiel Storchennest. Benötigt werden eine Glasflasche und Streichhölzer, die unter den Spielern gleichmäßig aufgeteilt werden. Nacheinander legt nun jeder ein Hölzchen auf den Flaschenhals, sodass ein diffuser Haufen entsteht. Fallen Hölzer beim Legen hinunter, muss der Verursacher diese behalten. Gewonnen hat der, der am schnellsten alle Hölzer los ist.

 

. Streichholzbalancieren: Auch bei diesem Balancespiel ist Geschick gefragt , sagt Wodzicki: Man nimmt ein Streichholz zwischen Daumen und Zeigefinger und legt ein zweites quer darauf. Wer nun am schnellsten sein fragiles Holzkreuzlein um den Tisch balanciert hat, ist Sieger.

 

. Fliegende Schachtel: Dieses Spiel spielten schon die Großeltern: Eine Streichholzschachtel wird auf eine Tischkante gelegt, dass sie leicht übersteht. Danach muss sie mit den Fingern in die Luft geschnippt werden. Je nachdem, wie sie landet, erhalten die Spieler Punkte: Wenn die Schachtel auf der Vorderseite liegt, gibt es Punkt. Landet sie auf einer schmalen Seite, bringt das Punkte. Steht sie sogar hochkant, erhält der Spieler Punkte. Jeder kann die Schachtel so oft fliegen lassen, wie er möchte. Doch Obacht: Landet sie auf der Rückseite, gehen die Punkte, die der Spieler in der aktuellen Runde gesammelt hat, verloren, und der nächste ist an der Reihe. Für den Sieg benötigt man Punkte.