Ein wundervoller Anblick: Blühende Blumen erfreuen das Auge und  leisten einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Foto: dpa

Erkelenz Erst im November gegründet, hat die Bürgerinitiative „Heimat blüht auf“ bereits erste Projekte an den Start gebracht. Ihr Ziel ist es, die Artenvielfalt rund um Erkelenz zu erhalten.

 

Die acht Gründer der Bürgerinitiative aus Hetzerath, Schwanenberg und Gerderath wollen dies erreichen, indem sie den Kreislauf „Blumen-Insekten-Vögel“ fördern. Ihr Rezept sind Blühstreifen auf Ackerflächen, das Schaffen blühender Dörfer sowie jede Menge Aufklärungsarbeit.

 

Um möglichst viele Mitbürger zu überzeugen, lassen sie sich einiges einfallen. So beziehen sie zum Beispiel gleich zu Beginn ihrer Arbeit die Kleinsten ein: Unter dem Motto „Natur entdecken und begreifen“ lassen Kinder ihren eigenen Acker aufblühen. Im Frühjahr stellt ein Landwirt für dieses besondere Projekt ein bis zu Quadratmeter großes Feld am Sportplatz in Hetzerath zur Verfügung.

 

„In der Mitte des Blühfeldes wird ein kleiner Treffpunkt mit Sitzgelegenheiten bereitstehen. Auf Schautafeln und mit Insektenhotels kann den Kindern hier vermittelt werden, was die Botschaft der Initiative ist: Wir alle können etwas tun für den Erhalt einer gesunden Umwelt“, betont Nicole Krojer, Sprecherin der Bürgerinitiative.

 

Wie produktiv das Engagement bereits kurz nach Gründung der Bürgerinitiative ist, zeigen die Zahlen interessierter Blühpaten und die große Bereitschaft der Landwirte, Flächen bereitzustellen. Auf deren Feldern legt die Initiative Blühstreifen für jeden an, der eine Blühfläche erstehen möchte – mit Cent pro Quadratmeter kann man Blühpate werden. Nicole Krojer: „In der Vorweihnachtszeit erkannten viele Menschen darin eine ideale Geschenkidee, denn jeder Käufer erhält über sein Stück Blühfläche ein hübsch gestaltetes Zertifikat mit der genauen Angabe zum Standort.“

 

Im Frühjahr werden vor Hetzerath bereits Quadratmeter Blühfläche durch Blühpaten finanziert. Auch in Schwanenberg haben sich Blühpaten für eine Fläche von Quadratmetern gemeldet. „Und es geht weiter: Aktuell können Interessierte zwischen einer Blühpatenschaft in Schwanenberg, Gerderath oder auf dem Kinderblühfeld in Hetzerath wählen“, sagt Sonja Schmalen von der Bürgerinitiative.

 

Die Initiative wirbt auch bei Hauseigentümern, sich zu beteiligen und in ihren Gärten private Blühflächen anzulegen. „Damit stellt sie ganz nebenbei dem Trend zu zunehmender Flächenversiegelung eine sympathische Alternative gegenüber“, meint Nicole Krojer.

 

Die acht Gründer der Bürgerinitiative aus Hetzerath, Schwanenberg und Gerderath haben eine Vision: Sie wollen möglichst viele Mitbürger von der Relevanz des Themas überzeugen und als Blühpaten oder als Flächengeber gewinnen. Um den Austausch, die Aufklärungsarbeit und das Netzwerken in Zukunft organisieren zu können, ist ihr nächster Schritt, die Initiative in einen gemeinnützigen Verein zu überführen. „Dem allen liegt die Erkenntnis zugrunde, dass dem häufig diskutierten Insektensterben und den dramatischen Folgen für Umwelt, Artenvielfalt und Nahrungsketten entgegengewirkt werden muss und kann: nämlich durch Eigeninitiative und Bürgerengagement“, sagt Nicole Krojer.

 

Alles weitere zu den Blühpatenschaften gibt es auf der Internetseite .heimatblühtauf.de.